Astronomisch beginnt der Frühling auf der Nordhalbkugel mit dem 20. März, an dem die Tag- und Nachtgleiche ist. Bei uns Menschen wird durch die steigende Lichtintensität vermehrt Serotonin und Dopamin ausgeschüttet, was allgemein bessere Laune bewirkt, und sogar zu leichter Euphorie führen kann. Außer wir gehören zu den Menschen, die an der Frühjahrsmüdigkeit leiden…
Das sicherste Zeichen für den Frühling ist allerdings die florale Natur, die aus ihrem Winterschlaf erwacht und in verschiedener Art und Weise ihre Blütenblätter den wärmenden Sonnenstrahlen entgegenstreckt.
Es lohnt sich schon früh als Fotograf das Frühjahr suchen zu gehen. Dieser jährlich einmalige Wechsel zwischen der weißen Pracht des letzten Schnees und den ersten zarten Farben der Frühblüher, ist es wert, sich ein Paar kalte Füße zu holen. Die Motive sind dafür umso einmaliger:
Besonders die Krokusse sind unübersehbare und prachtvoll gefärbte Frühlingsboten, die sich in vielen Farbnuancen zeigen. Besonders schön und kontrastreich sind hier die orangefarbenen Stempel und Staubfäden im Inneren der Blüte. Damit habt ihr nicht nur ein lohnenswertes Motiv vor euch. Wenn ihr wollt, habt ihr zahlreiche fotografische Varianten zur Auswahl, wie ihr die Krokusse abbildet. Oben seht ihr den Klassiker des Jahreszeitenwechsels - Schnee, Blüte und Blätter.
Doch kann beispielsweise auch japanisch angehauchte Ästhetik euch zu einer völlig anderen Bildkomposition führen, indem ihr die Blüten aus ihrem natürlichen Umfeld herausnehmt und sie dekorativ und prominent auf neutralem Hintergrund arrangiert:
Important: Ein und dasselbe Motiv, hier euer Krokus, kann je nach Bildidee und Inszenierung ganz unterschiedliche Stimmungen vermitteln. So habt ihr es mit eurem inneren Auge sozusagen in der Hand, eine bewusst gestaltete und atmosphärisch prägnante Fotografie zu erschaffen.
So wie der Winter die Jahreszeit des Kargen und Stillen ist, so ist das Frühjahr die Jahreszeit der aufgehenden, bunten Fülle. Kaum eine andere Blume als die Tulpe steht mehr für diese Attribute. Wahrscheinlich kennt auch ihr die Bilder der schier endlosen holländischen Tulpenfelder.
Selbst wenn man Tulpen nicht gleich hektarweise im Garten stehen hat, sind diese bunten Zwiebelblumen immer ein fotografischer Augenschmaus. Besonders wenn das Sonnenlicht die Blütenblätter so schön durchleuchtet wie hier:
Auch bei diesem Bild hab ihr wieder die freie Wahl, wie ihr euer Motiv zur Geltung bringen wollt. Wenn ihr Lust auf etwas Bildbearbeitung habt, kann euch das folgende Foto dazu anregen.
Eine einzelne Tulpe wurde im abendlichen Licht bei leichtem Regen aufgenommen. Die fahlen Farben gaben den Anstoß dazu diesen Charakter mittels Bildbearbeitung noch zu verstärken. Das Ergebnis dieses bearbeiteten blühenden Solisten ist eine Erscheinung, die mit etwas Fantasie auch ein Reptilienkopf sein könnte, welcher die dunkle, erdige Unterwelt bewacht:
Im Frühling zieht es euch bestimmt auch wieder stärker hinaus in die Natur. Dazu benutzen wir gewöhnlich unsere Straßen. Und die können im Frühjahr ganz schön fotogen sein. Vielleicht habt ihr nicht gerade die Gelegenheit eine japanische Landstraße in Shizuoka zu fotografieren, wie dies hier unten zu sehen ist. Aber vielleicht haltet ihr Ausschau und entdeckt eine schöne Allee, in der die erste Blüte das Land verzaubert.
Important: Bei solch einem Motiv ist die Zentralperspektive die richtige Wahl. Die Mittelstreifen auf dem Asphalt führen dann unseren Blick geradewegs in das Bild hinein. Je nach Entfernung und Bodenbelag empfiehlt es sich aus der Hocke heraus zu fotografieren. Dann ist die perspektivische Wirkung noch etwas raffinierter. Den Fokuspunkt, also den Punkt der größten Schärfe, solltet ihr manuell auf einen wichtigen Teil des Motivs setzen. Hier könnten dies die vordersten blühenden Bäume im Mittelbereich des Bildes sein. Eine kleine Blende (also eine große Blendenzahl), beispielsweise f16, verschafft euch die nötige Schärfentiefe.
Aber auch Details sind es wert wahrgenommen zu werden. Und manchmal entsteht daraus eine sehr starke Bildaussage, wie in diesem Bild hier unten. Der starke Kontrast zwischen dem rissigen Asphalt und der frisch erblühten Blume erzeugt viele Assoziationen in uns und findet bestimmt auch unterschiedliche Bewunderer. Ganz nebenbei könnte solch ein Foto auch dazu einladen, als Fotograf darüber nachzudenken, solch ein Motiv auch selbst zu inszenieren, um eine bestimmte Aussage als Bild zeigen zu können…
In diesem Foto ist die Inszenierung ganz offensichtlich. All die schönen Blüten von Hyazinthe, Osterglocke, Tulpe und Christrose sind nicht nur in ihren jeweilig unterschiedlichen Vasen schön. Auch deren malerische Anordnung und Dekoration ist, eingefangen in einem Foto, ein Augenschmaus:
Important:Vor einem hellen und neutralen Hintergrund kommen die Farben der Blumen besonders gut zur Geltung. Haltet mit eurer Kamera genügend Abstand, um keine optischen Verzerrungen, sog. stürzende Linien, in die geradlinigen Glaskörper der Vasen zu bekommen. Der Schatten der Objekte sollte hier sehr weich und kaum sichtbar sein.
Die Blumen- und die Tierwelt sind für uns sichere Taktgeber der vier Jahreszeiten. Besonders die frühjahrsgemäße Aufbruchsstimmung des Lebens spüren wir dabei ebenso in uns, nur treiben wir nicht ganz so schöne Blütenblätter aus. Dem Drang ins Freie folgen wir auf unsere Art. Und oftmals ist dabei das Fahrrad eines der ersten Vehikel, das wir nach der Winterpause nutzen, um uns durch die lauen Frühlingslüftchen zu bewegen. Hierbei gibt es schöne Motive zu entdecken:
Der Radbesitzer auf diesem Bild hat sich ein mobiles Frühlingsbeet installiert. Die Osterglocken sorgen dabei auch unterwegs für gute Stimmung in der beginnenden Radsaison.
So richtig schön kann man die Verbindung zwischen Rad und Frühlingsblumen natürlich dort erleben und fotografieren, wo beides zuhause ist - in Holland, speziell in Amsterdam:
Für unsere Frühlingsgefühle sind wir, wie eingangs erwähnt, von unseren Hormonen Serotonin und Dopamin abhängig. Und diese wiederum von der Lichtintensität. Unsere skandinavischen Nachbarn wissen davon ein Lied zu singen. Dort werden bei Lichtmangel sogar Lichttherapiegeräte gegen Winterdepressionen eingesetzt. Doch nun sind wir im Aufbruch.
Diesem inneren Wohlgefühl des ersten warmen und hellen Frühlingslicht verdanken wir auch unseren optischen Gefallen daran. Versucht doch ruhig einmal, dieses besonders zarte Sonnenlicht einzufangen und setzt eure Partnerin oder euren Partner in Szene:
Important: Besonders schön und strahlend wird euer Porträt, wenn ihr das Frühlingslicht als Gegenlicht einfangt. So wird die warme und zarte Lichtfarbe besonders deutlich. Eine ungekünstelte Erscheinung der Person kommt natürlicher rüber als eine steife Pose. Ergebnis ist eine schöne Momentaufnahme in luftiger und frühlingshafter Atmosphäre.
Wir freuen uns mit euch auf die kommenden warmen und blühenden Frühlingstage. Besonders farbintensive Fotos können dann als Wanddruck hinter Acryl euer Auge auch noch nach der ersten Blüte mit sattem Farbenzauber erfreuen.
Wir lesen uns!
Euer Team von MEINFOTO