Nachdem wir uns in den beiden ersten Teilen unserer „Einführung in die MEINFOTOgrafie“ um die optischen Grundgrößen, bzw. die Schärfentiefe gekümmert haben, widmen wir uns in diesem dritten Teil unserer Fotografie-Tipps dem Licht. Denn neben den optischen Grundgrößen und der Farbe ist das Licht ein sehr wichtiges Gestaltungselement in der Fotografie. Schließlich gilt: IT’S ALL ABOUT THE LIGHT.

Ohne Licht gibt es kein Foto und wenn ihr gutes Licht setzen könnt, schießt ihr selbst mit einer eher günstigen Kamera gute Fotos. Und die eigentliche Herausforderung liegt ja nicht allein darin, die Kamera zu verstehen. Sie besteht vor allem darin, das Licht zu kontrollieren und ggf. zu lenken. Habt ihr zu viel Licht durch eine Lichtquelle, zerfasert euer Bild, zu harte und dunkle Schatten sind zusätzlich die Folge. Habt ihr hingegen zu wenig Licht, verrauscht das Bild durch einen zu hohen ISO-Wert oder wird durch eine zu lange Belichtungszeit unscharf.
Nun. Mit diesem Thema kann man ganze Bücher füllen, soviel ist klar, da diese kleine „Einführung in die MEINFOTOgrafie“ sich jedoch eher an engagierte Anfänger und weniger erfahrene Fotografen richtet, steigen wir erst einmal mit den 5 wichtigsten Tipps zum Thema Licht ein. Im vierten Teil geht es dann mit Reflektor, Gegenlichtblende und Filtern weiter.
Eine alte Weisheit der Fotografie verbietet quasi das Fotografieren in der Sonne. Die Kontraste zwischen Schatten und Licht sind an einem schattigen Platz einfach deutlich kleiner und das Licht fällt viel gleichmäßiger. Außerdem kann euer Model dann leichter in die Kamera sehen, da es nicht geblendet wird. Es gibt aber natürlich – wie immer – Ausnahmen. Manchmal fotografiert man eben auch gerne mal direkt in der Sonne. Das gelingt dann am besten morgens oder abends, wenn der Lichteinfall nicht so stark von oben kommt und dunkle Schatten die Augen nicht verhängen.
Das folgende Bild wurde im Schatten fotografiert, die Schatten sind nicht zu dunkel und das Licht ist besonders weich.

KURZ UND KNAPP: Für wenig Kontrast und weiches Licht geht mit der Sonne!
Natürliches Licht ist die wohl am häufigsten genutzte Lichtquelle, wenn es auch nur eine Variante von mehreren ist. Wie oben bereits beschrieben, gibt es das direkte, aber auch sehr harte Sonnenlicht. Weiches Licht bekommt ihr, wenn ihr an einem bewölkten Tag fotografiert und die Wolken als riesige Soft Box nutzt. Versucht auch ruhig mal Licht zu nutzen, dass von einem Gebäude oder Fenster reflektiert wird. Auch verschiedene künstliche Lichtquellen können ihren Reiz haben.
Aber Achtung: jedes Licht hat eine andere Lichtfarbe und braucht einen anderen Weißabgleich – so kann es beispielsweise bei einem LED- und Glühlampen-Mix unter Umständen passieren, dass das Glühlampenlicht rot oder das LED-Licht blau abstrahlt.


KURZ UND KNAPP: Wechselt den Standpunkt, sucht euch neue Lichtquellen oder schafft euch selbst welche. Seid einfach gute Beobachter und ihr werdet immer eine Lichtsituation finden, die besonders ist.

Eine der beliebtesten Lichtsituationen ist das Gegenlicht. Allerdings sollte man solche Sessions – wie schon vorher mal erwähnt – eher in den Morgen- oder Abendstunden abhalten. Das Licht hat dann nicht nur einen schönen Warm-Ton, sondern macht auch ein wundervolles Haarlicht. Die Kunst hierbei ist es, den Himmel und andere Hintergründe nicht ausfransen und wie eine weiße Fläche aussehen zu lassen.
Das Model im Bild hat ein schönes Haarlicht und wird von vorne aufgehellt. In Gegenlicht-Situationen entstehen übrigens auch schöne Blendflecken, die einem Foto das gewisse Etwas verleihen können.

Wenn man sich das so anschaut, merkt man erst, wieviel Einfluss das Licht auf die Gestaltung eines Bildes hat, oder? Geht immer gewissenhaft vor und ihr werdet schöne Ergebnisse erzielen. Aber traut euch auch immer an Experimente heran. Probiert euch aus, wechselt die Perspektive! Der berühmte Werbefachmann Paul Arden sagte mal etwas, das für uns alle gelten sollte: What ever You Think, Think The Opposite. Und wenn ihr das Gegenteil gedacht und das Gegenteil gemacht habt, druckt es aus! Auf eine Tasse zum Beispiel oder auf ein Foto in Rund. In diesem Sinne! Schaut bald wieder rein, im nächsten Teil beschäftigen wir uns dann wie angekündigt mit DIY-Reflektoren, einer selbstgemachten Sonnenblende für eure Kamera und Filtern!
Wir lesen uns!
Euer Team von MEINFOTO