Ob Sommer oder Winter, das perfekte Motiv liegt gleich um die Ecke – aber wie steht es um deine Basics für euer perfektes MEINFOTO?
Mit unserer mehrteiligen „Einführung in die MEINFOTOgrafie“ geben wir euch die Grundlagen für das perfekte Foto an die Hand. Zugegeben. Diese Fotografie Tipps für Anfänger fallen etwas technischer als üblich aus, bieten euch dafür aber auch eine fundierte Grundlage für einzigartige Bilder!
Im ersten Teil beschäftigen wir uns mit der Schärfentiefe. Mit ihr lenkt ihr gezielt den Fokus des Betrachters und könnt eure Bilder komponieren. Und es geht auch noch mehr. In den folgenden Blogbeiträgen werden wir dann in die optischen Grundgrößen eintauchen und mit Aufhellung, Sonnenschutz und Filtern dem Licht nachspüren. Und danach kommen wir noch zu ein paar gut umsetzbaren Tricks und Kniffen für möglichst effektvolle Fotos, mit denen ihr garantiert für Aufsehen sorgt.
Die Schärfeebene ist ein wichtiger Bestandteil der optischen Abbildung. Ihr könnt eine Ebene im Bild scharf stellen, während Motivteile außerhalb dieser Ebene mit wachsendem Abstand unscharf werden. Diese Eigenart eines Motivs nennt sich Schärfentiefe oder Tiefenschärfe.
Welcher Begriff aber nun richtiger ist oder besser passt, lässt selbst professionelle Fotografen in Streit geraten.
Der Ausdruck Schärfentiefe entspricht einer eher technischen Sicht. Es gibt nämlich den „Tiefenbereich scharfer Abbildung“ – man spricht also von Schärfentiefe.
Der Ausdruck Tiefenschärfe verfolgt eher den kreativen Ansatz: Schärfe und Unschärfe lassen sich unter Verwendung der Raumtiefe gestalterisch einsetzen – man spricht von Tiefenschärfe.
Eigentlich tragen beide Bezeichnungen gleichermaßen die Antwort in sich: Bei der Schärfentiefe spielt ihr mit der Unschärfe im Bildhintergrund bzw. in der Tiefe des Fotos (räumliche Tiefe). Ein unscharfer Hintergrund bedeutet geringe Schärfentiefe (Bokeh-Effekt). Bei einem scharfen Hintergrund sprechen wir von einer eher hohen Tiefenschärfe.

Bokeh-Effekt
Indem ihr mit der Schärfentiefe spielst, verändert ihr den Fokus im Bild – dadurch könnt ihr den Blick des Betrachters führen und die gesamte Bildaussage bzw. -geschichte verändern.
Wenn ihr ein Motiv fotografiert, wählt ihr ganz von selbst eine Schärfeebene – auf diese Ebene stellt ihr scharf. Ihr möchtet schließlich genau den Ausschnitt eures Motivs scharf sehen, der sich innerhalb dieser Schärfeebene befindet. Alles vor und hinter dieser Ebene wird mit wachsendem Abstand immer unschärfer.
Den Übergang von der Schärfe in die Unschärfe könnt ihr natürlich beeinflussen. Das heißt aber auch, dass ihr schon bei der Bildkomposition darüber nachdenken solltet, wie ihr den Effekt für euch nutzen wollt.
Mit Schärfentiefe im Bild zum Beispiel deutet ihr Tiefe an. Die Schärfe sagt außerdem was über den Raum – eine bestimmte Tiefe im Raum z.B. zeichnet sich durch die Schärfeebene aus. Unscharfe Bildelemente befinden sich entweder davor oder dahinter. Damit habt ihr automatisch einen Bereich für eure Motivebene definiert. Ein unscharf abgebildeter Vordergrund leitet den Blick in die Tiefe, während der Blick im Vordergrund hängen bleibt, wenn der Bildhintergrund unscharf ist. Schärfe deutet folglich nicht nur Raum an, sie lenkt auch die Aufmerksamkeit auf die Raumtiefe.

Mit durchgehend scharf abgebildeten Motiven erzeugt ihr Sachlichkeit und Objektivität. Durch das Spiel mit Schärfe und Unschärfe ergibt sich außerdem eine Kalt-Warm-Tendenz. Durchgehende Schärfe kann so die Darstellung von Kälte unterstützen, während sich der Eindruck von Wärme durch selektive Schärfe unterstützen lässt. Besonders harmonisch wirken übrigens Fotos, bei denen etwa ein Drittel des unscharfen Bereichs im Vordergrund liegt. Das erreicht ihr, indem ihr den Fokus nicht auf den am nächsten liegenden Bereich legt, sondern dahinter.
KURZ UND KNAPP: Selektive Schärfe fokussiert die Aufmerksamkeit des Betrachters auf die wesentlichen Bildelemente, während Unschärfe einen unerwünschten Hintergrund eliminieren kann. Große Schärfentiefe erzielt zudem eine sachliche Wirkung.
Mit der Schärfentiefe lassen sich in der Fotografie also sehr unterschiedliche Wirkungen erzielen. Und jede Kulisse hat ihre eigenen Bedingungen:
Straßenfotografie: Für abgefahrene Straßenfotografie arbeitet ihr am besten mit einer eher hohen Schärfentiefe, da ihr ja nicht nur eine einzelne Personen, sondern eine komplette Szenerie abbilden wollt.
Portraitfotografie: Bei Portraits hebt ihr mit geringer Tiefenschärfe das Gesicht eures Models am besten hervor, als stilistisches Mittel ist das also eine gute Wahl.
Landschaftsfotografie: Bei Landschaftsaufnahmen entsteht die Tiefe durch die großen Abstände ganz von selbst – da bringt eine hohe Schärfentiefe tolle Effekte.
Sportfotografie: Schnelle Bewegungen verlangen nach hoher Tiefenschärfe. Die Aufnahmen werden für sich sprechen.
Makrofotografie: Eine geringe Schärfentiefe sorgt für wundervolle Effekte und rückt voll und ganz das Objekt in den Fokus. Es entsteht der bereits erwähnte Bokeh-Effekt – der Hintergrund verschwimmt und wird oftmals nur noch durch Lichtpunkte dargestellt.

Probiert euch aus und spielt mit den Effekten. Ihr werdet sehen, in kurzer Zeit habt ihr tolle Bilder kreiert, mit denen ihr nicht nur euer Heim schmücken, sondern auch richtig angeben könnt – wenn ihr sie z.B. mit Hilfe von MEINFOTO als Gallery Print an die Wand bringt!
Wir lesen uns!
Euer Team von MEINFOTO