Ihr habt das Fotografieren als neues Hobby für euch entdeckt, doch beim Sortieren eurer Fotos fällt euch auf, dass aus vielen nichts geworden ist? Das kann daran liegen, dass ihr typische Anfängerfehler macht. Das ist kein Grund zur Sorge, denn ihr könnt diese Fehler leicht vermeiden. Wir zeigen euch, worauf ihr achten müsst, um wirklich tolle Fotos zu machen.
Ihr habt euch eine brandneue Spiegelreflex- oder Systemkamera besorgt und freut euch schon auf die tollen Fotos, die ihr machen werdet. Nach eurer ersten Foto-Safari stellt ihr aber fest, dass die Bilder auch nicht besser sind als die, die ihr mit eurer alten Kamera geschossen habt. Nunja. Auch die beste Kamera möchte bedient werden. Setzt euch also mit Themen wie Blendenöffnung, Brennweite und Lichtempfindlichkeit auseinander. Beschäftigt euch mit Komposition und Aufbau, und lernt auch, mit dem Blitz umzugehen. Das Ausprobieren macht Spaß!
Einer der gängigsten Fehler ist es, den Horizont mittig auf dem Foto zu platzieren und das Bild so zu halbieren. Wenn wir uns solche Bilder ansehen, wissen wir nicht, welche Hälfte wir nun wirklich betrachten sollen und wo sich das Hauptmotiv befindet. Landschaftsaufnahmen beispielsweise solltet ihr anhand der Drittel-Regel komponieren und den Horizont auf eine der Drittel-Linien platzieren. So zeigt ihr dem Betrachter, auf was er seinen Blick lenken soll.
Auch wenn beide Bildhälften schön sind – fotografiert den Horizont nicht mittig
Ebenfalls ein häufiger Fehler: Das Hauptmotiv ist nicht im Fokus. Bei der Komposition geht es darum, etwas Interessantes für das Auge zu schaffen, ohne jedoch zu viel Unruhe im Bild herrschen zu lassen. Ein Hauptmotiv reicht im Allgemeinen. Befindet sich euer Motiv im Hintergrund, achtet darauf, dass im Vordergrund nichts vom zentralen Blickpunkt ablenkt. Ihr könnt näher herantreten, zoomen, oder aber das Foto später bei der Bildbearbeitung zuschneiden, um das Hauptmotiv ins rechte Licht zu rücken.
Absichtliche Unschärfe kann einem Foto viel nostalgischen Charme verleihen. Ob das Foto allerdings unscharf wird oder nicht, solltet ihr selbst entscheiden und es nicht dem Zufall überlassen. Auch hier ist der Fokus entscheidend: Möchtet ihr zum Beispiel ein Porträt machen, sollte die Augenpartie scharf sein - auf sie richtet ihr also den Fokus. Schärfe erzielt ihr zum Beispiel auch, indem ihr die Verschlusszeit minimiert und sie im Verhältnis zur Brennweite höher einstellt. Eine höhere Lichtempfindlichkeit kann für gestochen scharfe Fotos ebenfalls zuträglich sein, durchaus auch tagsüber, wenn es stark bewölkt ist. Und wenn ihr ganz auf Nummer sicher gehen wollt, nutzt ein Stativ.
In der Praxis gar nicht immer so einfach – ein vollkommen scharfes Foto
Vor allem bei Porträtaufnahmen ist es wichtig, auf den Hintergrund zu achten. Anfänger konzentrieren sich manchmal zu stark auf das Hauptmotiv und vergessen, dass dieses in eine Umgebung eingebettet ist. So wachsen den Porträtierten manchmal Äste aus dem Kopf oder der Kopf wird durch einen Laternenmast fortgesetzt. Achtet also auf den Hintergrund und passt gegebenenfalls eure Perspektive an. Lauft um euer Model herum und findet den besten Ausgangspunkt, um ein harmonisches Porträt zu fotografieren.
Anfänger neigen dazu, alles aus derselben Perspektive zu fotografieren. Sie sehen ein interessantes Motiv, stellen sich mittig auf und drücken auf den Auslöser. Versucht lieber, einen Schritt nach links oder rechts zu machen. Bei Landschaften oder Architekturfotos könnt ihr euch auch auf Details konzentrieren, statt das Gesamtbild einzufangen – Fotos vom Kölner Dom gibt es schließlich zuhauf. Wenn ihr Kinder fotografiert, ist es eine gute Idee, in die Hocke zu gehen, um so eine natürlichere Perspektive zu erzielen. Traut euch und legt euch auch mal auf den Boden, um eine Froschperspektive einzunehmen.
Die Welt mit anderen Augen sehen – legt euch für ein Foto zum Beispiel auf den Boden
Wunderst ihr euch, warum viele eurer Fotos unscharf sind? Es liegt in vielen Fällen daran, dass ihr der Kamera nicht genug Zeit lasst, den Fokus zu finden. Gerade bei Schnappschüssen besteht diese Gefahr. Auch bei schlechten Lichtverhältnissen kann es eine Weile dauern, bis der Fokus gefunden ist. Wenn ihr ein Automatikprogramm eingestellt habt, muss die Kamera auch die richtige Belichtungseinstellung berechnen. Egal, wie spontan ihr eine Aufnahme machen möchtet: Ihr müsst ein wenig Geduld haben, um zu einem befriedigenden Ergebnis zu kommen.
Falls ihr schon selbst mit den Einstellungen experimentiert und auf Automatik verzichtet, solltet ihr die Settings vor jeder neuen Aufnahme überprüfen, um zu gewährleisten, dass sie in der aktuellen Situation auch passen. Vor allem wenn ihr eure Kamera länger nicht genutzt habt, empfiehlt es sich, erst einmal nachzusehen. Prüft die Blende, die eingestellte Lichtempfindlichkeit und die Verschlusszeit. Ihr könnt nicht eine Nachtaufnahme und später eine Aufnahme bei Tageslicht mit denselben Einstellungen machen.
Vergesst nicht, bei veränderten Verhältnissen auch die Einstellungen anzupassen
Eine niedrige Auflösung hat natürlich den Vorteil, dass ihr mehr Fotos auf der Speicherkarte unterbringen könnt. Trotzdem solltet ihr euch für eine höhere Auflösung entscheiden und die Fotos regelmäßig auf dem Computer, einer externen Festplatte oder Cloud speichern, um wieder Platz auf der Speicherkarte freizumachen. Bei einer niedrigen Auflösung leidet nämlich die Bildqualität. Ihr könnt keine großformatigen Bilder drucken, ohne dass sie pixelig werden. Außerdem verringert sich die Qualität weiter, wenn ihr eure Fotos im jpeg-Format abspeichert. Wenn ihr die Fotos schließlich bearbeiten und möglicherweise einen Ausschnitt wählen möchtet, habt ihr dazu keine Möglichkeit, da das Foto immer pixeliger wird.
Jedes Foto, das ihr macht, hat ein Hauptmotiv, welches ihr einfangen möchtet. Wenn dieses Motiv zu klein ist, weil ihr nicht nah genug dran seid, kann es keine Wirkung entfalten. Nutzt die richtige Linse, um näher heranzuzoomen, oder tretet näher an euer Motiv heran. Vielleicht bedeutet das in manchen Fällen einen kleinen Spaziergang, dieser wird sich aber auf jeden Fall lohnen. Notfalls könnt ihr das Motiv auch bei der Nachbearbeitung näher heranholen. In diesem Fall solltet ihr die Aufnahme aber mit der höchstmöglichen Auflösung tätigen, damit das Bild nicht an Qualität verliert.
Ein paar Schritte näher herangehen kann sich sehr lohnen
Ein Foto mit zu starkem Kontrast zeichnet sich durch große Unterschiede zwischen den Highlights und den Schatten aus. Besonders bei Fotos, die an sehr hellen und sonnigen Tagen aufgenommen werden, tritt dieser Effekt auf. Dabei kann es sein, dass ihr Bilddetails verliert. Um zu starke Kontraste zu vermeiden, könnt ihr mit eurem Blitz arbeiten, um die dunklen Bereiche aufzuhellen. Eine andere Möglichkeit ist, eine geringere Lichtempfindlichkeit zu wählen und das Foto leicht unterzubelichten. Macht mehrere Aufnahmen und experimentiert, um zu einem angemessenen Ergebnis zu kommen.
Im Anschluss an eure nächste Fotoexkursion könnt ihr euch dann ein Lieblingsmotiv aussuchen und es bei uns zum Beispiel auf Leinwand drucken lassen!
Wir lesen uns!
Euer Team von MEINFOTO